På svenska In English

Die Schleusen Bjurbäcken und Asphyttan

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick

Die schweren Eisentransporte der Hütten im Filipstads Bergbaugebiet waren früher ein schwieriges und teures Problem. Die fahrbaren Wege, so weit es sie gab, waren kurvenreich, hügelig und schmal. Die Brücken befanden sich oft in schlechtem Zustand. Statt der schwierigen Landwege boten sich die ausgedehnten Wasserwege an, die doch durch Landrücken unterbrochen waren, die den Transport sehr erschwerten.

Man musste stets umladen: Wagen - Boot, Boot - Wagen, was ein sehr merkbarer Kostenfaktor für die Hüttenbesitzer wurde. Um nun die Transportkosten bis zum Binnenseehafen Kristinehamn (Vänern) zu senken, wurde schon 1630 der Norsbäcks Kanal (einer der ältesten Kanäle in unserem Land) zwischen Hyttsjön und Bergsjön gegraben. Trotz dieser Erleichterung konnten die Transporte zwischen Filipstad und Kristinehamn mehrere Monate dauern, ja es wird behauptet, sogar über ein Jahr.

Vor zweihundert Jahren wurden jährlich 20.000 Schiffspfunde (1 Schiffspfund = 170 Kilo), also 3.400 Tonnen Stangeneisen nach Kristinehamn zur Eisenwaage transportiert und wurden hier genau nachgewogen. Ein Transportwagen konnte 2 Schiffspfunde transportieren. Es waren also 10.000 Transporte notwendig. Obwohl diese Transporte für die Landbevölkerung ein notwendiger Verdienst war, besorgte man diese Transporte oft miserabel und viel Eisen verschwand auf den Transportwegen.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderte baute man kleine Schmalspur - Eisenbahnen mit Direktanschluss zu den Prähmen. Jetzt konnte man mit Pferden auf dem Schienenwege die Transporte vom Boot über Land und wieder aufs Boot direkt ausführen, also ohne kostspielige Umladungen und Zeitverluste.

Der Gedanke durch ein Kanalsystem die Transporte zu erleichtern, wurde schon im 17. Jahrhundert geweckt. Leider folgten in den nächsten 100 Jahren nur Vorschläge und Untersuchungen, die zu Protesten, Intrigen u.s.w. führten. Weniger erfreuliche Dokumente zeugen davon. Man einigte sich dann doch auf zwei vom Norden kommende Transportwege, die im See Öjevettern, südlich Storfors, zusammengeführt wurden. Der eine war für die westlichen und der andere für die östlichen Hüttenbereiche vorgesehen. Für alle Hütten die gleichen Transportvorteile zu schaffen oder sich für das allgemein Beste zu einigen, war nahezu eine unlösbare Aufgabe. Alle sahen ihren eigenen Gewinn an erster Stelle und die Bauern befürchteten ihre für sie wichtigen Transporteinkünfte zu verlieren. Der Hüttenbesitzer Claes Frietzky in Storfors legte 1775 eine Anzahl Vorschläge zur Lösung vor. An erster Stelle empfal er eine Kanalverbindung von Sjöändan nach Kristinehamn vor. Eine Kanalverbindung mit dem Vänernsee Sjöändan - Kristinehamn wurde doch nicht verwirklicht.

Anfang des 18. Jahrhunderte baten Kaufleute in Filipstad um eine schnelle Untersuchung der Möglichkeit einen Kanal bei Bjurbäcken zu bauen. Man transportierte seinen hauptsächlichsten Warenbedarf von Kristinehamn über Sjöändan nach Filipstad. Die Transporte dauerten viel zu lange, was man nicht akzeptieren konnte. Ja, teilweise waren die Transporte skandalös. Die Untersuchung kam in Gang, aber nach vielen Protesten ruhte die Kanalfrage nochmals 25 Jahre, bis ein neuer Vorschlag ausgearbeitet wurde, aber auch aus diesem wurde nichts.

Die Hüttenbesitzer in der Filipstader Gegend nahmen nun die Sache selbst in die Hände und liessen Oberleutnant Johan Edström 1833 die früheren Vorschläge überprüfen und abschätzen. Schon nach gut einem Monat legte er einen Vorschlag vor: Von Filipstad bis Sjöändan, die Seen durch Kanäle und Schleusen zu verbinden und in Sjöändan einen Umladeplatz in Bergsjön anzulegen. Zwischen Bergsjön und Kristinehamn sollten dann die Transporte auf einer Schmalspurbahn (Treidelbahn) weiter geführt werden. Nach J. Edström Vorschlägen wurde der Kanal dann so gebaut, wie er heute da ist.

Es sollten doch noch weitere 14 Jahre vergehen, bis Filipstads Bergslags Kanal AB, bei einer Zusammenkunft im Jahre 1847 in Kristinehamn, unter dem Vorsitz von Bergmeister Franz von Schéele, gegründet wurde. Edströms Vorschlag wurde von der Kanal AB angenommen. Die Kosten, auf 130.000 Reichstaler berechnet, sollten zur Hälfte von den Aktieonären und zur Hälfte durch eine staatliche Anleihe gedeckt werden.


Schluss von Bjurbäcken

"Schleuse bei Bjurbäcken"
Lithographie aus dem Tafelwerk "Wermland in Zeichungen" (1858-1867)

1853 konnte dann zum Schluss mit den Kanalarbeiten angefangen werden, die rasch voran schritten, trotz der damaligen mühsamen Arbeitsmethoden und trotz der Schikanen von Bjurbäckens und Storfors Eigentümer. Mehrere Prozesse wurden von der Kanal Aktiengesellschaft gewonnen, weil sie von der Behörde mit ganzem Herzen unterstützt wurde.
Das Kanal-Projekt umfasste:
 
Der Asphytte Kanal  275 Meter lang mit einer 8 Meter tiefen Schleuse die einen Höhenunterschied von ganzen 5 Metern in einer Stufe hat. 
Der Bjurbäcks Kanal  3 Kilometer lang mit beim See Aspen (Källsfallet) eine Schleuse, die normal offen steht und bei Bjurbäcken drei Schleusen, jede mit 3,6 Meter Höhenunterschied
  Der totale Höhenunterschied beträgt also ca. 16 Meter.
Die Schleussen können Schiffe (Boote) mit einer Länge von 20,7 Meter, einer Breite von 3,7 Meter und einem Tiefgang von 1,2 Meter schleusen.
   
1857 konnten die Schleusen bei Asphyttan und Bjurbäcken eingeweiht und der Filipstads Bergslags Kanal seiner Bestimmung übergeben werden. 
Die Baukosten betrugen 308.000 Reichstaler, mehr wie das Doppelte der berechneten Summe, aber der Kanal wurde ein voller Erfolg. Grosse Eisenmengen wurden nach Kristinehamn und Handelswaren zurück nach Filipstad transportiert.
 

1862, fünf Jahre nach der Eröffnung fuhren ca. 500 Dampfschiffe und 1.000 Prähme durch den Kanal. Der Höhepunkt wurde in den Jahren 1865-75 erreicht und der Kanal war damals einer der meist befahrte Kanäle in Schweden.

   
1872 war das Rekordjahr. 1.369 Dampfschiffe und 3.243 Prähme fuhren da durch den Kanal. Täglicher Personenverkehr wurde betrieben. Ausflüge mit einem der Dampfer, es waren 30 an der Zahl, waren sehr beliebt, besonders das Durchschleusen bei Bjurbäcken. 
Auch nachdem der Frachtverkehr aufhörte, ging der Personenverkehr bis weit in des 19. Jahrhunderte weiter.
  Von 1950-1960 flösste man jährlich c:a 500 Holzflösse durch den Kanal.
   
Nach 1875 veränderten sich die Verhältnisse jedoch drastisch. Das Jahreseinkommen sank von 25.000 Reichstalern - das höchste notierte Jahreseinkommen - auf 11.000 Reichstaler im Jahre 1876. Im Jahre darauf konnte nur ein Einkommen von 1.600 Reichstalern notiert werden. 
1887-1888 war der Kanal absperrt aber nächste Jahr wieder offen.
Die Ursache für diese katastrofale Entwicklung war die neue Eisenbahn (1874) für Ost-Värmland. Die Eisenbahn übernahm alle Frachten und den Hauptanteil des Personenverkehrs. Die Eisenbahngesellschaft, nun Eigentümer des Kanals, sollte für die Instandhaltung aufkommen. Ohne Einkommen wurde natürlich nur das geringste gemacht. Der wirkliche Niedergang geschah nach 1917, da die Staatliche Eisenbahn die Instandhaltungspflicht übernahm.
   
1919 forderte die Eisenbahnverwaltung den Kanal stillzulegen und wiederholte dieses Verlangen nochmals 1925. Beide Male wurde das Begehren nicht genehmigt.
   
1936 gelang es der Eisenbahnverwaltung den Kanal als allgemein öffentliches Fahrwasser zu sperren. Die Weg- und Wasserbauverwaltung bestimmte jedoch den Kanal als Kulturdenkmal zu erhalten.
   
1939 wurde der Verein Filipstads Bergslags Kanal gegründet, um zu versuchen, den Kanal zu bewahren. Leider konnte man nicht verhindern, dass die Eisenbahnverwaltung die Genehmigung bekam, die Kanalanlagen - jetzt in sehr schlechtem Zustand - abzubrechen. Die beweglichen Eisenbahnbrücken bei Nässundet und Daglösen wurden zu festen Brücken Anfang 1940 umgebaut.
   
1945 Sylvester gelang es ja doch dem Kanalverein einen Vertrag mit dem Staat zu schliessen und erhielt somit das Verfügungsrecht für den Kanal mit der Auflage, den Kanal in Stand zu setzen und ihn in Stand zu halten.
   
1947 90 Jahre nach dem Bau konnte der Kanal nach umfangsreichen Reparaturen wieder eingeweiht werden. Ein grosser Wasserdurchbruch bei der Asphyttan Schleuse verspätete den Verkehr doch noch ein Jahr.
   
1952 glückte es dem Kanalverein den Status des Kanals als allgemeines Fahrwasser wieder zurück zu bekommen.
   
1970 erneuerte man die Schleusentore bei Bjurbäcken und Asphyttan. Aus Kostengrunden wurden die Schleusentore aus Stahl hergestellt.
   
1971 kaufte der Kanalverein die Kanalanlagen bei Asphyttan und Bjurbäcken vom Staat. Die Gemeinden: Filipstad, Storfors und Karlskoga verbanden sich, den Kanalverein wirtschaftlich zu unterstützen und wurden somit Repräsentant im Vorstand des Kanalvereins. Als diese Forderungen vom Umweltschutzamt erfüllt wurden, erhielt der Kanalverein einen finanziellen Beitrag vom Umweltschutzamt zehn mal der Kanalkaufsumme.
   
1984 bezahlte das Reichsantiquariat eine durchgreifende Instandsetzung der Kanalanlagen und des kulturgeschichtlich wertvollen Schleusenwächterhäuschens bei Bjurbäcken.
   
1989-90 wurden die Schleusen bei Bjurbäcken und Asphyttan elektrifiert.
   
1993 wurden die Schleusentore bei Källsfallet erneuert, die immer noch handbetiebene Holztore sind.
Der Kanal mit seinen Schleusen lebt als Touristenattraktion und Kulturdenkmal weiter und ist heute ein beliebtes Ausfluchtsziel.

Von allen im Laufe der Zeit vorgelegten Kanalvorschlägen gibt es auch einen Vorschlag aus dem Jahre 1797: Die Seen Daglösen und Östersjön durch eine Wasserstrasse (Prästbäcken) zu verbinden, die 1906 zum Teil gegraben u.z. Teil gesprengt wurde. Kostenträger war die Storfors Eisenhütte. Dadurch wurde eine idyllische, schmale sich durch die Landschaft schlängelnde Wasserstrasse ohne Schleusen zwischen Filipstad und dem östlichen Teil von Storfors geschaffen.
Um die Seetransporte von Karlskoga Bergbaugebiet zum Abladeplatz in Sjöändan zu erleichtern wurde 1850-1852 Knappfors Kanal mit eine Schleuse gebaut. 

Da der Filipstads Bergslags Kanal mit die Schleusen Bjurbäcken und Asphyttan 1857 fertig wurden, erhielt man eine Wasserstrassen-Verbindung von Karlskoga bis nach Filipstad. 
Diese Wasserstrassen nennen wir heute

BERGSLAGSKANALEN
(Den Bergslags Kanal)